do. 25.07.2013 dead western trio + die selektion – kohi, ka

Kohi (Werderstr. 47) – 20h!

dead western

Troy Mighty nennt sich der in Kalifornien beheimatete Musiker hinter dem musikalischen Projekt Dead Western, das klingt wie schaurig-schöne Musik gewordene Klagen aus dem bizarren Schwellenbereich zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Das in trübe wie zärtliche Klangfarben gehüllte Aufbegehren gegen die Unzulänglichkeiten der Welt findet in Dead Westerns Debüt-Longplayer, der mit „Soften Your Screams Into Sings“ (2008) betitelt ist, seinen entsprechenden Niederschlag.

Das surreal anmutende Schaffen des 1980 als Troy Daniel Collins in El Cajon geborenen Mannes lehnt sich atmosphärisch vage an den Freak Folk des frühen Devendra Banhart und einer Joanna Newsom an, erinnert an die Introspektivität einer enigmatischen Band wie Current 93 und ruft Erinnerungen an Nick Cave und Scott Walker wach. Die musikalischen Nachtstücke gestatten zudem Verweise auf den Kammerfolk eines Scott Matthew und den Gothic Folk von Timber Timbre und stehen der Entrücktheit eines Antony Hegarty in nichts nach. Mit seinem sonoren, sich träge und verschwommen intonierten Gesang wartet Troy Mighty mit einem Alleinstellungsmerkmal, das die von der Akustikgitarre strukturierten Lieder krönt.

Sozialisiert wird der kleine Troy in den 80er-Jahren mit der TV-Show „Secret City“, die sich den pädagogischen Auftrag zur Aufgabe macht, Kinder zum Zeichnen und Musizieren zu animieren. Nach seinem Auszug aus der elterlichen Kleinstadt wird er in Sacramento mit der Lebhaftigkeit und den Abgründen der Großstadt konfrontiert, erforscht den musikalischen Underground und taucht fasziniert in die Comics und Graphic Novels eines Chester Brown, Daniel Clowes oder Robert Crumb ein. Motiviert und ambitioniert beginnt er seinen eigenen künstlerischen Stil zu entwickeln.

Mit Freunden organisiert in der subkulturellen Szene musikalische Events und macht sich mit seinem malerischen Talent und seinen Design-Kenntnissen daran, für diverse Bands Flyer, Tour-Poster, CD-Cover und T-Shirt-Motive zu entwerfen. Dieser mehrjährige kreative Aktionismus mündet schließlich im Jahr 2000 in seiner ersten eigenen Ausstellung.

Daneben bläst er die Hörner für die Kombo Antennas Erupt, erlernt das Gitarrenspiel und versucht sich unter dem Künstlernamen Dead Western schließlich erfolgreich als Musiker mit der Leidenschaft für entschleunigten Dark Folk. Für dieses Projekt hat er Caley Monahon-Ward (Violine), Jesse Phillips (Bass) und Kevin Corcoran (Percussion) an seiner Seite und zeichnet selbst für Einspielung diverse Instrumente verantwortlich.

Bei aller Verstörung und Entrücktheit, die auch den Zweitling „Suckle At The Supple Teats Of Time“ auszeichnen, stets bahnen sich doch die Zuversicht und die Zärtlichkeit ihren schwierigen Weg. Die Textzeilen „But then the feelings of the world just fade away/ And I am floating here foll of love for you, my dearest friend“ („Not Really Here At All“) bringen das Schaffen künstlerische dieses außergewöhnlichen Künstlers auf den Punkt.

dead western

die selektion

Gleich mit der Selbstbeschreibung „Die neue Unschuld“ wirft die Band einen spannenden Widerspuch auf: Harte Beats, hackende Basslines, düstere, kühle Synthieflächen und die genreuntypische Trompete verleiten zu der Frage: Warum gab es so etwas bisher eigentlich nicht? Es geschieht nicht oft, dass eine neue, junge Band so großen Zuspruch findet wie die Jungs von DIE SELEKTION und schon jetzt als Synonym für einen frischen Wind in der angestaubten EBM-Welt stehen.
Vielschichtig, ideenreich, und mit einem gehörigen Maß an Innovation und Spielfreude hat das Trio um Luca Morte im Vorjahr mit zahlreichen Konzerten und drei inzwischen ausverkauften Releases für gehörig Aufmerksamkeit und Euphorie gesorgt.

die selektion


1 Antwort auf “do. 25.07.2013 dead western trio + die selektion – kohi, ka”


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